Reisebericht Buckingham/England Fahrt vom 20. - 24.06.2013

zum Moretonville Junior FC Buckinghamshire in England

Die Reise stand im nachhinein unter dem Motto: "Wenn Engel reisen ist das Wetter immer schön"
oder "Wie komme ich mit nur einer Krankenkassenkarte durch den Zoll nach England"

Es wurden drei wunderbare Tage in England, die zwar mit etwas viel Fußball gewürzt waren, die durch
die perfekte Organisation von Mark Chapmann und seinem gesamten Helferteam zur gelungenen
Veranstaltung wurde. Über 150 Mannschaften tummelten sich 2 Tage auf der sehr offenen und zwischen
Feldern und Wiesen gelegenen Sportanlage unserer Gastgeber. Die Wetterprognose auf Wetter.de
besagte bis zum Anreisetage eigentlich nur Regen, doch bis auf zwei kurze Schauer (einer davon in der
Nacht) nur trockenes, windiges, teils bewölktes und überwiegend sonniges Wetter. Am Ende standen
etliche Sonnenbrände, die man bei gefühlten 20 Grad beim starken Wind zuerst gar nicht registrierte.
Doch wir wollen die Tour einmal ausführlich Revue passieren lassen:

Am Donnerstag, den 20.06. war Treffpunkt um 23.30 Uhr am Vluyner Sportplatz angesagt. Die Stimmung
war prima und trübte sich auch nicht, als ein kurzer Schauer über uns wegzog. Als dann endlich der Bus
um 23.55 Uhr sich durch den dicht geparkten Straßenzug durchkämpfte, begann die Tour erst richtig.
Als endlich alle Koffer nicht nur im Stauraum (denn dieser war wie vorher vermutet viel zu klein), sondern
im gesamten Bus in den Gängen verstaut und gestapelt waren und alle Teilnehmer (29 Mädchen,
36 Jungens + 10 Erwachsene) saßen, fuhr unser "Kutscher" Bernd (auch Busfahrer und später auch Coach
genannt) los. Mit Bernd hatten wir wohl den absoluten Glücksgriff getätigt. Seine Ruhe und Gelassenheit,
sowie Hilfsbereitschaft und Redefreudigkeit lockerten die Tour mächtig auf. Unsere C2 mit Coach Uwe
Tschuschke und 3 Vätern saßen im Doppeldeckerbus im unteren Teil, im oberen hinten (auch die Müllhalde
später genannt) die D1 um Peter Borinski und Thomas Plinius, sowie 2 Spielermütter. Die komplette
Mädchentruppe um Monika Köhler und Dirk Albrecht saßen oben im vorderen Teil des Busses. 

Die Hinfahrt nach Calais zur Fähre war dann für alle sehr kurzweilig, bis auf für eine Person. Die zitterte
nämlich bereits seit 20 Uhr am Vorabend, weil es ihr nicht gelang ihren Personalausweis, Reisepaß oder
Führerschein zu finden. So was soll es geben in Deutschland. Diese Spezies galt eigentlich als ausgestorben
und wurde in Vluyn wieder entdeckt. Doch unsere Gitti (D1 Mutter) gab nicht auf und wollte unbedingt mit.
Also telefonierte sie am Abend mit fast jeden mitfahrenden Trainer und beichtete ihr Ungeschick. Welches
Glück für uns, denn so war beste Stimmung im Bus angesagt. Leider nur nicht für Gitti. Ihr Mann Siggi
wartete in Vluyn schon auf die Nachricht, das er nach Calais fahren muß, um seine Gitti wieder nach Vluyn
zu holen. Doch Gitti hatte Glück. Nur mit einer Krankenkassenkarte bewaffnet, eroberte sie den Englischen
Zoll in Calais. Nach einer 15-Minütigen Zitterpartie, einer fürchterlichen Ermahnung und einem klatsch-
nassem Unterhemd, durfte sie dann doch noch mit. In Vluyn atmete Siggi K. erleichtert auf.

Die Fährfahrt war ebenfalls sehr kurzweilig und wurde von Gitti K. benutzt ihre Unterwäsche zu trocknen.
Nun stieg die Stimmung sogar auf 100 % (Gitti nun eingerechnet). Der Blick auf Dover und die Kreidefelsen,
entlockte sogar einem Mädel die Frage, ob es noch Winter wäre in England. Natürlich nicht, denn von nun
an hatten wir den Regen (bis auf die bereits beschriebenen zweimal) hinterm Ärmelkanal gelassen. Die
Sonne lachte mit uns am Freitag morgen um die Wette. Nach einen längeren Aufenthalt an einem Autobahn-
rasthof (in England wohl auch Shopping-Center genannt), ging die Fahrt nach Buckingham in die Endphase.
Obwohl die Hinfahrt ja hauptsächlich nachts stattfand, bekamen wir fast alle wenig Schlaf, außer die
hartgesottenen Schlafnasen. 

Gegen 11 Uhr Ortszeit angekommen, erkundeten wir erst einmal die Lage vor Ort. Der Sportplatz lag weit
außerhalb Buckingham in beschaulichen Feldern eingebettet. Im Nachbardorf durften wir dann nach einem
kleinen warmen Mittagsessen nach teilweise Selbstaufbau unsere Zelte beziehen. Die C2 trug nachmittags
noch ein Freundschaftsspiel aus. Da unser Busfahrer nun Pause machen mußte (die Lenkzeit war voll),
hatte Mark Chapman auch in seiner guten Planung ein Problem. Wie bekomme ich 75 Teilnehmer zum Essen
nach Buckingham in die  Schulküche einer Grundschule, wo ein tolles Essen bestehend aus einer sehr großen
Hähnchenbrust, gebackene Kartoffeln, Erbsen, Möhren und einen Nachtisch aus Apfelkompott mit Kuchen-
krümel und Sahnesoße mit Eis auf uns wartete. Hier half der deutsche Professor Michael Dickmann, der in
Buckingham wohnt  mit seiner 6-köpfigen Familie, aus. Er fuhr wie viele andere den gesamten Abend den
ganzen Tross von A nach B und wieder zurück. Danke hierfür einmal vorab, das war absolute Spitze!!! 

Doch leider mußte sich unsere Gitti auch hier wieder besonderen Strapazen aussetzen. Denn ihr einziger
fremd anvertrauter Spross Adrian stieß beim Spielen mit einem Mitstreiter Kopf an Kopf zusammen. Nach
einem 4-stündigen Krankenhausaufenthalt mit Adrian (Gott sei Dank war es nichts schlimmes),  kamen sie
Gesund wieder im Zeltlager nachts zurück. Adrian durfte zwar nicht mehr Fußball spielen, aber ansonsten
war  alles in Ordnung. Dank auch hier an die junge Dame, die unseren Troß zum Krankenhaus begleitete
und als Dolmetscher einsprang.

Der Samstag (wie Sonntag auch) fing mit einem englischen Frühstück an. Brötchen, Rührei, Würstchen und
gebratenen Speck (Bacon) und war sehr geprägt von ausgiebigen Fußball spielen. Die D1 hatte ein Freund-
schaftsspiel aufs Großfeld, genau wie unsere U13. Diese verlor 0:3 gegen die Gastgeberauswahl im Spiel
9:9. Die C2 spielte wie die U15 Mädchenmannschaft ein Turnier im Modus "Jeder gegen jeden" bei 8 bzw.
10 Mannschaften. Die C2 wurde im Feld gegen ausnahmslos 1-2 Jahre Ältere zwar nur Achter mit
4 Punkten, doch erspielte sich die Sympathien des Publikums aufgrund ihrer feinen technischen Spielweise.
Die U15 erkämpfte sich den einzigen Vluyner Turniersieg am Wochenende. Im Finale gegen die bis dahin
ungeschlagenen Oxforderinnen erzielte Jacqueline Vinnbruck den Siegtreffer für die A-Auswahl. Unser
B-Team (alte U15 von Robert Pergolizzi) wurde am Ende Neunter von 10. Haben auch genau wie Uwes
B-Team sich prima geschlagen.

 

Beide Tage gab es mittags ein Lunchpaket bestehend aus frischen Obst, einem Getränkepäckchen, einem
belegten Brötchen, einem Gebäck und einer kleiner Tüte Chips. Wasser stand automatisch immer zur
Verfügung. Unsere U13 Mädchen durften in unserem Doppeldeckerbus, weil ihr Spiel erst später am Tag
stattfand, vormittags mit Gitti und Elfrun noch 2 Stunden ins nahegelegene zweitgrößte Shoppingcenter
Englands fahren. Das war natürlich was!!!!!!!

Abends stand dann ein ausführliches Essen nahe unserem Zeltplatz auf dem Programm. Danach war chillen
und spielen, sowie bei den Erwachsenen Völkerverständigung mit den "Einheimischen" angesagt.
Gegen 24 Uhr schliefen dann die letzten ein und erholten sich vom langen Tag.

Der Sonntag startete bereits um 6 Uhr Ortszeit. Ertüchtigung des Körpers, packen der Koffer und Reinigung
 der Zelte stand auf dem Programm. Abfahrt war dann um kurz vor 8 Uhr im wieder einmal vollbesetzten
bzw. bepackten Bus! Nach dem Frühstück ging es direkt für unsere U13 Mädchen los. 10 Mannschaften im
immer gleichen Modus. Spiel um Platz 5 und 8 wurde erst nach Achtmeterschießen verloren. Die Mannschaft
coachte übergangsweise unser sehr motivierte Busfahrer Bernd, was er super machte. Die Mädchen waren
begeistert. Die C2 spielte ein Großfeldturnier, genau wie die U15, die beim U17 Turnier einsprang.
Dort wurde man unter 4 Mannschaften Dritter. 2 Siege und 2 Niederlagen waren die Ausbeute. Den ganzen
Tag neben der U13 war diesmal die D1 im Einsatz. Mit 2 Mannschaften ging es beim Kleinfeldturnier am
Start. Bis 5 Minuten vor der Abfahrt aus Buckingham waren unserer Jüngsten um Peter und Thomas im
Einsatz. Lohn war ein guter 3.Platz. Erst im Achtmeterschießen im Halbfinale schied man aus! Schade, toll
gespielt. Alle Mannschaften mußten sich erst einmal an die harte und körperbetonte Spielweise der
Engländer/-innen gewöhnen. Aber dann ging es auch bei uns zur Sache.

Nach der Verabschiedung am Sportplatz pünktlich um 16 Uhr Ortszeit ging es zurück nach Vluyn. Die Fahrt
rund um London war staufrei, so das man noch einen Zwischenstopp im "Shopping-Center" Autobahnrast-
stätte" einlegen konnte. In Dover stand auch noch eine Rast an, bevor man auf die Fähre konnte. Die
überbrückte man kräftig damit, die Möwen zu füttern. Die Überfahrt war dann für einige nicht so schön.
Die ruppige und rauhe See machte Einigen (Darm-)Probleme. Doch auch dies wurde ohne Verluste
überwunden.

Die restliche Rückfahrt verlief problemlos und so kehrte man um 04.37 Uhr deutsche Zeit wieder in Vluyn
ein, wo bis auf ein Elternteil, alle schon warteten. Übrig blieb am Ende ein Schlafsack ohne Hülle, 2 blaue
Handtücher und eine Isomatte. Sollte jemand dies vermissen, bitte bei Monika Köhler melden.

Fazit: Die Truppe war total klasse. Der Zusammenhalt einwandfrei, es hat allen Spaß gemacht. Es waren
keine Verluste zu beklagen und eine Menge neue Freunde wurden gewonnen.

 

 

Aktueller Hinweis noch: Siggi K aus V. hat durch Zufall die Ausweispapiere seiner Gitti 3 Tage nach der
Fahrt in der Jackentasche seiner Frau gefunden. Gott sei Dank!! Stellt sich der Redaktion nur die Frage, ob
die Jacke auch in Buckingham war??